Warum frühe Entrepreneurship Education auch Unternehmensnachfolge stärkt

Wie können mehr junge Menschen für Unternehmertum und Unternehmensnachfolge begeistert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Auftakts der Nachfolgewoche 2026 am 2. März 2026 in der Handwerkskammer Magdeburg. Für echt.MACHEN war diese Veranstaltung in besonderer Weise relevant: Denn während wir sonst vor allem direkt mit Schülerinnen und Schülern in Schulen arbeiten, konnten wir unsere Erfahrungen hier in einen übergeordneten Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Bildung, Förderung und Politik einbringen.

Genau das hat die Veranstaltung für uns besonders gemacht. Sie bot die Gelegenheit, die Perspektive eines Schülerinnen-Projekts in die Diskussion um erfolgreiche Unternehmensnachfolge einzubringen und deutlich zu machen, warum unternehmerisches Denken und Handeln bereits in der Schule gestärkt werden sollte.

Warum Unternehmertum schon in der Schule wichtig ist

Die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge beginnen nicht erst dann, wenn ein Betrieb zur Übergabe ansteht. Häufig scheitert Nachfolge nicht am fehlenden Angebot, sondern daran, dass sich potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger diese Rolle nicht zutrauen oder sie für sich gar nicht erst als Möglichkeit sehen.

Genau hier setzt frühe Entrepreneurship Education an. Wer bereits in der Schule erlebt, was es bedeutet, Ideen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, entwickelt einen anderen Blick auf Unternehmertum. Es erscheint dann nicht mehr als abstrakte Ausnahme, sondern als reale und gestaltbare Perspektive.

Damit entsteht auch ein neuer Zugang zur Unternehmensnachfolge: Nicht nur die Gründung eines eigenen Unternehmens wird denkbar, sondern auch die Möglichkeit, ein bestehendes Unternehmen weiterzuführen und weiterzuentwickeln.

echt.MACHEN als Praxisbeispiel für frühe unternehmerische Bildung

Als Schüler:innen-Projekt vermittelt echt.MACHEN Jugendlichen unternehmerisches Denken und Handeln praxisnah und erfahrungsorientiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen eigene Ideen entwickeln, Herausforderungen analysieren, Lösungen gestalten und Verantwortung für die Umsetzung übernehmen können.

Unsere Arbeit findet dabei in erster Linie dort statt, wo unternehmerische Kompetenzen früh aufgebaut werden können: in der Schule. Genau deshalb war es für uns so wertvoll, bei der Nachfolgewoche die Perspektive aus dieser direkten Projektpraxis einzubringen.

Denn echt.MACHEN zeigt, dass Jugendliche sehr wohl bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Chancen zu erkennen und sich mit wirtschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen, wenn sie dafür passende Erfahrungsräume erhalten. Diese Erfahrungen stärken nicht nur Selbstwirksamkeit und Eigeninitiative, sondern eröffnen auch neue berufliche Zukunftsbilder – einschließlich der Unternehmensnachfolge.

Austausch bei der Nachfolgewoche 2026

Beim Auftakt der Nachfolgewoche 2026 konnten wir diese Perspektive in einen breiten Kreis von Netzwerkpartnern einbringen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kammern, Ministerien, Banken, Wirtschaftsförderungen und Unternehmensvereinigungen wurde diskutiert, wie unternehmerisches Denken und Handeln früher gefördert und Unternehmensnachfolge langfristig gestärkt werden kann.

Für uns war besonders wichtig, dass echt.MACHEN bei der Veranstaltung nicht nur vorgestellt, sondern auch erlebbar gemacht wurde. Gemeinsam mit den Teilnehmenden konnten zentrale Methoden direkt ausprobiert werden, unter anderem aus unserem Ideenworkshop. So wurde konkret erfahrbar, wie Jugendliche im Rahmen des Projekts lernen, Chancen zu erkennen, Ideen weiterzuentwickeln und unternehmerisch zu denken.

Ergänzend dazu haben wir Einblicke in EntreComp als konzeptionelle Grundlage von echt.MACHEN gegeben und Erfahrungen aus der bisherigen Projektpraxis geteilt. Damit konnten wir zeigen, wie sich unternehmerische Kompetenzen in schulischen Lernprozessen fördern lassen und warum diese frühe Förderung weit über das Thema Gründung hinausreicht.

Gemeinsam weiterdenken: Unternehmertum als Bildungsaufgabe

Ein zentraler Teil der Veranstaltung war der gemeinsame Workshop zum Abschluss. Dort wurde herausgearbeitet, wie unternehmerisches Denken und Handeln noch konkreter in Schulen verankert werden kann und welche Voraussetzungen es braucht, um junge Menschen frühzeitig für unternehmerische Verantwortung zu sensibilisieren.

Gerade in diesem Austausch wurde deutlich, dass Schule ein entscheidender Ort ist, um Zukunftskompetenzen zu stärken. Wer dort lernt, Ideen zu entwickeln, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, gewinnt Fähigkeiten, die für viele berufliche Wege relevant sind – auch für die Unternehmensnachfolge.

Für echt.MACHEN war es besonders wertvoll, diese Diskussion nicht aus einer abstrakten Perspektive zu führen, sondern die Erfahrungen aus der konkreten Arbeit mit Jugendlichen einzubringen. So konnten wir zeigen, welche Potenziale in schulischer Entrepreneurship Education liegen und wie wichtig es ist, Unternehmertum als gestaltbare Option früh sichtbar zu machen.